Frau Schletterer singt nicht mehr

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Ap
Bauchgefühl
18.04.2017 07:42

„Im Grunde war alles ganz einfach.“
Das ist der Satz, der mir seit Jahren im Kopf herumgeht als der Satz, mit dem das Buch beginnt, das ich irgendwann mal schreiben werde.
Ich verstehe nicht, wieso das so ist, denn ich werde ziemlich sicher niemals ein Buch schreiben. Ich kann das gar nicht. Ich habe weder ausreichende Ideen für einen Plot, noch könnte ich über die Länge eines richtigen Buches Handlungsfaden bzw. Spannungsbogen und die richtigen logischen Zusammenhänge aufrecht erhalten.
Aber wie mit diesem ersten Satz meines Buches geht es mir auch mit diesem Bauchgefühl, das ich eine Zeitlang hatte, daß ich nämlich irgendwann in Nürnberg leben werde. Auch hier weiß ich nicht, woher diese „Erkenntnis“ auf einmal kam. Ich habe weder irgendwelche Verbindungen zu Nürnberg, noch zieht mich beispielsweise die Schönheit der Stadt in ihren Bann. Ich bin da, wo ich seit etlichen Jahren zu Hause bin, sehr gern zu Hause und möchte dort nicht weg!
Einzig die Kittelschürze, in der ich mich manchmal vor mir sehe, dereinst alt und möglicherweise allein in meiner Wohnung sitzend, hat m. E. eine gewisse Chance, tatsächlich Realität zu werden. Wobei sich bis dahin mein Kleidungsstil noch erheblich ändern müßte. Insofern ist auch dieses Bild für mich eigentlich nicht erklärbar.
Ich habe allerdings schon oft erlebt, daß ich in eine Situation (eine Besprechung, ein privates Treffen etc.) mit einem ganz sicheren Vorabwissen gegangen bin, welches Detail „passieren“ würde, und genau das trat dann auch ein. Beispiel: Clique A wollte zusammenkommen, und ich wußte plötzlich ganz sicher vorher schon, daß Person X nicht dabei sein würde, obwohl sie ihr Kommen fest zugesagt hatte.
Es waren bisher immer genau solche banalen Dinge, nichts von Wichtigkeit auch bei beruflichen Anlässen, bei denen ich mich immer fragte, wieso mir jetzt gerade diese „Vorahnung“ in den Sinn gekommen war.
Die Gewißheit, daß ich irgendwann mal ein Buch schreiben oder nach Nürnberg ziehen werde, verblaßt allmählich und überkommt mich nicht mehr sehr oft. Deswegen gehe ich davon aus, daß mit der Umsetzung der beiden Ereignisse nicht wirklich zu rechnen sein wird.
Dennoch bin ich der Meinung, einem Bauchgefühl, so unkonkret es vielleicht auch mal sein mag, sollte man durchaus immer ein wenig Gehör schenken. Es kann – wie gesagt – ja sein, daß es sich als zutreffend herausstellt, und daß sich vielleicht sogar daraus etwas wirklich Wichtiges entwickelt.

 

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