Frau Schletterer singt nicht mehr

06
Ju
Die Berme
06.07.2017 12:21

Heute schlug ich in einem Online-Wörterbuch eine englische Vokabel nach, für die dort unglaublich viele deutsche Bedeutungsmöglichkeiten hinterlegt sind.
Unter anderem kann das Wort auf deutsch auch „die Berme“ bedeuten.
Ich stutzte und schaute nochmal genauer hin. Doch! „Die Berme“ stand in der Spalte „Deutsch“, es mußte sich also tatsächlich um ein deutsches Wort handeln.
Nun ist mir ja bekannt, daß selbst ein Muttersprachler unmöglich alle Wörter seiner Sprache kennen kann. Das durchschnittliche Vokabular eines deutschen Muttersprachlers umfaßt m. W. nur ein Achtel der tatsächlich exisitierenden Wörter. Das ist erschreckend wenig. Wenn man aber bedenkt, daß man damit doch recht gut durchs Leben kommt, kann es ja im Grunde nicht zu wenig sein.
Es passiert mir natürlich durchaus hin und wieder, daß ich über ein Wort stolpere, das ich nicht kenne. Es war heute nicht das erste Mal. Gerade wenn es sich um einen Fachterminus handelt, darf einem ein Wort auch mal fremd sein.
Aber als ich dann nachschlug, was eine Berme denn ist, staunte ich nicht schlecht. Denn niemals wäre ich auf die Idee gekommen, daß es hierfür einen eigenen Begriff gibt.
Abgebildet bei Wikipedia (was in solchen Fällen immer meine erste Anlaufstelle ist) sah ich eine Böschung, an der auf halber Höhe ein Fußweg entlangführt. Und den Absatz, diese Stufe im Hang, die durch diesen Weg entsteht, denn nennt man „Berme“. Sie dient der Stabilisierung eines eher steilen Abhangs. Gesehen habe ich sowas schon x-mal! Aber daß es einen Fachbegriff dafür gibt, hätte ich, wie gesagt, nie vermutet; und auch nicht, daß es einen praktischen Grund für solch eine Berme geben könnte, außer daß dadurch eben so etwas wie ein Weg entsteht.
Hätte der Damm, den wir in Kindertagen winters immer mit dem Schlitten hinabsausten, auch eine Berme gehabt, dann hätten wir sicherlich hübsch schwungvoll abgehoben und wären noch häufiger im Fluß gelandet, als es ohnehin schon passiert ist. Das wäre dann sicherlich oft Gesprächsthema geworden, und so hätte ich vielleicht auch damals schon das richtige Wort dafür gelernt.
 

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