Frau Schletterer singt nicht mehr

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Au
Einkauf für Fortgeschrittene
01.08.2017 13:51

Unsere neue Terrasse ist fertig! Schon seit drei Wochen, um genau zu sein, aber dieser Tage erst haben wir sie eingeweiht.
Denn jetzt erst ist auch der große Sonnenschirm montiert, den wir neu gekauft haben. Das heißt: einfach so gekauft im Sinne von „in den Wagen packen, bezahlen und mit heim nehmen“ haben wir ihn dann doch nicht.
Bis der da war, gab es einige Hürden zu meistern!
Folgendes trug sich nämlich zu:
Da es sich bei unserem Neuerwerb um einen Ampelschirm mit einer Fläche von 3x3 m handelt, haben wir ihn nicht selbst transportiert, sondern ließen ihn über eine Spedition liefern. Das hat erst mal reibungslos funktioniert.
Am Tag vor unserem Urlaub gingen wir an die Montage des Schirms. Und als er schon fix und fertig da stand, stellten wir fest, daß er im Stoff zwei kleine Risse und einen pinkfarbenen Fleck von etlichen Zentimetern Durchmesser hatte.
Wir also den Schirm wieder aus dem Ständer genommen und beim Händler per Email reklamiert. Wir baten um Lieferung eines neuen Schirmes und um gleichzeitige Abholung des mangelhaften Exemplars.
Eine Antwort kam ein, zwei Tage später. Man fragte uns, ob wir den Schirm nicht doch behalten wollten, wenn man uns einen Preisnachlaß von 20 Euro gewähre. Das Angebot war eine Frechheit, wenn ich das mal so deutlich sagen darf! Bei einem Produkt, das an die 400 Euro gekostet hat und Defekte aufweist, die sich beim ersten Windstoß schon verschlimmern würden, einen so lächerlich geringen Preisnachlaß überhaupt anzubieten, war natürlich völlig indiskutabel. Wir lehnten das „großzügige" Angebot also dankend ab und baten weiterhin um Lieferung eines neuen Schirms.
Wenige Tage später fragte dieselbe Sachbearbeiterin an, ob denn ein Preisnachlaß generell nicht in Frage komme – es war so offensichtlich, daß die Dame sich langsam an den Betrag heranpirschen wollte, mit dem sie sich unseren Verzicht auf eine weitere Bearbeitung der Reklamation „erkaufen“ konnte. Wir lehnten wiederum ab, denn wir wollten keinen billigen, kaputten, sondern einen intakten Sonnenschirm im Garten stehen haben.
Also bekamen wir wieder ein paar Tage später von einer Kollegin unserer so nachlaßfreudigen Sachbearbeiterin die Bestätigung, daß wir selbstverständlich eine Neulieferung erhalten würden und sogar einen Termin festlegen könnten, an dem wir sie entgegennehmen wollten.
Recht erfreut nannten wir einen Termin an einem Vormittag in der Woche nach unserer Urlaubsreise, der uns auch umgehend bestätigt wurde.
Am Tag vor dem vereinbarten Termin fanden wir jedoch eine Mitteilung im Briefkasten vor, man habe gestern versucht, uns ein Paket zuzustellen, nur leider seien wir nicht da gewesen.
Spätestens da bekam ich langsam Puls! Wieso vereinbarten wir denn einen Termin, wenn die Lieferung dann zwei Tage vorher schon gebracht wurde?
Meine Emotionen nur notdürftig im Zaum haltend, rief ich beim Zustelldienst an und wurde umgehend zur beauftragten Spedition durchgestellt. Die prüfte die Sache und bestätigte mir, daß sie sich nicht erklären konnte, wieso eine Zustellung schon gestern versucht worden war, wo wir doch erst für morgen im Terminkalender stünden. Nein, nein, die Sache werde natürlich wie vereinbart laufen – nur von einer Auslieferung am Vormittag wüßten sie jetzt doch eher nichts. Man könne uns nicht garantieren, daß wir nicht vielleicht doch bis in den Nachmittag hinein warten müßten.
Zähneknirschend stimmten wir zu, die genaue Uhrzeit am nächsten Morgen nochmals zu erfragen.
Die Lieferung kam dann auch – pünktlich kurz nach 12. Uff! Der alte Schirm wurde der Spedition mitgegeben, der neue Schirm aus der Packung genommen und bei uns im Flur deponiert. Ständer, Schrauben usw. wurden nicht ausgetauscht.

Am selben Abend noch stellten wir voller Vorfreude unseren neuen Superschirm auf!
Als das geschafft war (was gar nicht so einfach war, da das Ding über 3 Meter hoch ist!), hielt ich E. die Hand hin und bat um die Kurbel, damit ich den Schirm mal öffnen konnte.

Tja, die Kurbel aber… die lag in dem Paket, das der Spediteur wieder mitgenommen hatte.

In diesem Moment hätten wir, glaube ich, beide k…. können!
Glücklicherweise gelang es mir, im nahe gelegenen Baumarkt irgendeinen Metallhaken zu ergattern, der zufällig von Maßen und Material her als provisorische Kurbel genutzt werden kann. Aber die Jagd auf eine tatsächlich passende Kurbel steht uns noch bevor…
 

Die Berme

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